22.2.2013: Unser heutiges Tagesziel heisst Hanmer Springs. Gutgelaunt fahren wir Richtung Christchurch. Ein Telefonanruf von Maui zwang uns, das Tagesprogramm wieder zu ändern. Sie baten uns, da das Wasserproblem immer noch nicht gelöst war, in die Werkstätte nach CC zu kommen um das Fahrzeug einer nochmaligen Inspektion zu unterziehen. Mein erneutes Email scheint ernsthafte Wirkung zu zeigen. Ja, unterdessen glich das Fahrzeug einer eigentlichen Wasserquelle. Nicht nur in der Duschewanne, sondern auch auf dem Boden im Wohnbereich und beim Übergang von der Führerkabine in den Wohnbereich bildeten sich Wasser(Lachen). Drei Mechaniker nahmen sich nun dieses Problems an und wir wurden gebeten wieder einmal zu warten. Nach einer Stunde verständigte uns Katie, dass wir ein Ersatzfahrzeug bekommen, weil die Ursache dieser verschiedenen Wasserherkünfte so schnell nicht eruierbar seien.
Also waren wir gezwungen unsere schön eingeräumten Kleider und Utensilien aus dem einen Wagen raus und in den andern Camper umzuladen. Ich meldete Maria "Alles umgeladen". Die Gewissenhaftigkeit von Maria hat aber dafür gesorgt, dass unter den Sitzbänken doch noch einiges an Kleidern und Utensilien zum Vorschein kamen. Sorry Maria! Wir sind ja nicht nach NZL gekommen um zu "zügeln", sondern um Urlaub zu machen. Katie von Maui versüsste uns diesen Umzug aber mit einer vorläufigen Gutschrift von $ 200 auf meiner Kreditkarte. Beim bisher benutzten Fahrzeug haben wir den Tank fast leer gefahren und die Gasflasche hatte dasselbe Problem. So erhielten wir mit dem neuen Fahrzeug auch gleich einen vollen Benzintank und eine neu gefüllte Gasflasche. Also beginnen wir unser NZL- Abenteuer von Neuem. Wir erreichten zwar unser gestecktes Tagesziel Hanmer Springs, aber wir hatten keine Zeit mehr diese "Hot Springs" zu geniessen.
Hanmer Springs liegt eingebettet in einem Seitental. Auf der Hinfahrt entdeckten wir wieder riesige Felder und Wiesen mit unglaublich dimensionierten Bewässerungsanlagen. Diese bewegen sich während der Berieselung entweder geradeaus oder im Halbkreis von 180 Grad. Der längste Zusammenbau von diesen Elementen hat Maria auf 19 beziffert was gut und gerne eine Länge von 500 m ergibt. Maria freute sich auf diesen Campingplatz, war dieser doch mit einer Waschmaschine mit warmem Wasser ausgerüstet. (Christian lässt grüssen). Tatsächlich sind bei den meisten Laundrys nur kalte Wäschen möglich.
Heute war, vom Fahrzeugwechsel abgesehen, eher ein langweiliger Tag. Aber es gibt auch im normalen Leben nicht tägliche Highlights.
23.2.2013: Um unsere Badegelüste zu stillen wollten wir eigentlich heute Morgen ins Thermalbad gehen. Wir erinnerten uns aber an Urlaube auf Ischia. Nach den damaligen Thermalquellenbesuchen, waren wir anschliessend so erschöpft. Diesem Phänomen wollten wir ausweichen, sagte uns doch das Tagesprogramm, dass wir bis Motueka rund 300 Kilometer fahren sollten. Wieder eine eindrückliche Fahrt in den "Voralpen" der Südinsel. Berge, Wälder in allen Variationen, Kieferbäume, Mischwälder und und. Ein Halt bei den "Maruia Falls". Diese sind mit 10 m Höhe nicht so spektakulär, aber in der Breite ist dieser Wasserfall doch sehr eindrücklich.
Wieder im "Talgrund" angelangt wurde die Vegetation wieder üppiger. Riesige Hopfenfelder, Apfelbaumplantagen, Reben und Getreideäcker machten auf uns wieder einen immensen Eindruck.
Lange sind wir bereits gefahren. Unser Magen verlangte nach einem guten Kaffee und etwas dazu. In Kohatu, an der Abzweigung Richtung Motueka, steht ein Kaffeehaus. Mutterseelenallein.
So bestellten wir unsern Kaffee und Citronencake mit Naturjoghurt. Es hat fänomenal geschmeckt. Ein Ehepaar, welches in unserer Nähe sass kam zu uns und sagte, gemäss eurem Dialekt kommt ihr auch aus der CH. Ja, aus Fiesch. Wir sind aus Euthal. Der Posthalter mit seiner Frau. Ein längeres Gespräch hat dann ergeben, dass sie die Eltern der international bekannten Schweizer Solojodlerin Nadia Raess sind.
Nach 309 Km sind wir an der Nordküste der Südinsel, in Motueka, angelangt. Gleich neben dem Abel Tasman Nationalpark und direkt an der Tasmischen See. Nach dem Check- In wieder das gleiche Ritual. Strom anschliessen, Wassertank füllen, Wäscheleine spannen und ein Bier. Dann Tagebuch abfassen und "eintöggelen" ins I-Pad. Wen treffen wir wieder? Vreni und Peter sind über die Westküste auch hier "gelandet". Wegen erlittenem Getriebeschaden haben sie jetzt auch ein anderes Fahrzeug. Am Abend gabs dann einen besonderen Tropfen offeriert von Vreni und Peter, Pete's Shep. So wird mein Name in NZL doch in Ehren gehalten.
Vom nahe gelegenen Flugplatz nimmt man ein komisches Brummen wahr. Ein Motorsegler zieht einen Delta in die Luft, klinkt den aus. So starten die hier, eine Konkurrenz für die doch zahlreichen Bergbahnen.
24.2.2013: Nach dem gestrigen doch strengeren Tag haben wir ausgeschlafen. Nach dem Frühstück fahrt mit dem Camper nach Marahau via Kaiteriteri. Autsch, war das eng und kurvenreich. Barfuss sind wir dann dem Strand entlang spaziert und genossen so ein naturmässiges Peeling. Wir beobachteten wie die Wassertaxis die Gäste in Schiffe verladen, mit denen auf einem Anhänger, gezogen von einem Traktor, ins Meer hinaus gezogen und dort abgeladen werden. So können die pfiffigen Neuseeländer Ebbe und Flut ein Schnippchen schlagen. Beim Einkauf in Motueka entdeckten wir eine Schweizer Bäckerei. Ach wie war die Enttäuschung gross als wir an der Eingangstüre standen. "Sorry, we are CLOSED". Also weiterhin Toastbrot essen. Zurück im Campingplatz sind wir noch ein paar Längen im Swimmingpool geschwommen.
25.2.2013: Heute wollten wir's wissen. Die Bäckerei "We are Open". Ein schönes Brot, zwei Cremschnitten und zwei Mandelgipfel, das war's. Unser Reiseziel heute ist Picton. Eine schöne Fahrt den Stränden und Beaches entlang nach Richmond und Nelson. Dann ging's wieder etwas in die "Höger". Plötzlich zeigte meine Benzinuhr, dass eben die Reserven des Tanks angezapft wurden. Schei........! Zurück zur letzten Ortschaft war zu weit und vorwärts war auch mehr als unklar, wann die nächste Tankstelle kommen wird. Wieder ein bisschen Adventureurlaub. Rai Valley hiess das ganz kleine Dorf, welches aber zwei Tankstellen anbot. Vorerst etwas kompliziert weil nur Bezahlung mit KK möglich war. Schlussendlich happy end. Juhuiiiiiiiiiiiiiiii wir hatten wieder den hochgelobten "Beförderungssaft". Erst jetzt kann ich Andreas verstehen, als er in Holland auf der Insel Fleveland weinte, weil wir im Range Rover fast kein Benzin mehr hatten und weit und breit keine Tankstelle war.
Die Weiterfahrt führte uns über die Pelorus Bridge, welche ein Verzasca- oder Maggia-ähnliches Gebiet überspannte, nach Canvastown, einer Goldgräberstätte aus dem Jahre 1864. Ab Havelock geht's über die "Queen Charlotte Scenic Drive" nach Picton. Ja, die Binntalstrasse ist dagegen fast eine Autobahn. Kurve an Kurve, man konnte das Auto auf einer Länge von fast 30 Kilometern kaum einmal gerade stellen. Dafür wurden wir mit einer Aussicht entschädigt, die Vieles, bereits erlebtes in den Schatten stellte. Zu guter Letzt, im Shakespeare Sound, stand ein Kreuzfahrtschiff. Wie dieses Schiff dahin gelangt ist? Das Foto beweist, ganz hinten Ebbe, dann seichtes Gewässer und etwas weiter vorne steht dieses Schiff.
26.2.2013: Maria hat heute Morgen entdeckt, dass im "Kitchen" dieses Campingplatzes ein Backofen steht. Diesen haben wir benützt und das restliche Brot vom Schweizer Bäcker "aufzufrischen". Noch vor dem Frühstück schmeckte es wie jeweils in der Bäckerei von Hanny, nach frischem, guten Brot. Heute haben wir vor eine Sound-Kreuzfahrt zu machen. Um 1.30 p.m. hiess es Leine los. Während dieser Fahrt passierte so Vieles, wovon wir keine Ahnung hatten. Die gelbe Route zeigte uns heute Fischzuchtanlagen, Muschelzuchtbetriebe, Landwirtschaftsbetriebe und viele, viele kleine Ferien-oder Wohnhäuschen. Quasi in jeder Bucht steht ein solches Haus. Was uns sehr beeindruckte, obwohl "abgelegener" geht's nimmer, alle Gebäude hatten Stromanschluss. Dies bemerkte man daran, dass in NZL noch alle Stromleitungen überirdisch an die Häuser herangeführt werden. Wir befanden uns eigentlich auf einem "Hurtigrutenschiff". Der Schiffsführer versorgte die verschiedensten Häuser, Höfe und ähnliche mit Waren für den täglichen Bedarf und vor allem mit der Post. Meist kündigt sich der Postboot-Skipper bei der nächsten Anlaufstelle per Funk an, sodass fast immer ein Empfangskomitee bereitsteht. Auch Hunde sind meistens ganz zuvorderst anzutreffen, die Kerle wissen genau, dass sie vom Schiffsführer mit einem Hundebiscuit belohnt werden. Es stehen nicht nur Rentner und sonnengegerbte Aussteiger am Schiffssteg, nein auch Kinder stehen oft bereit, um Schulunterlagrn abzuholen. Das System der "Correspondence School" erlaubt ihnen, zu Hause zu lernen; Unterlagen und Arbeitsbögen kommen per Boot, Kontakte zu Lehrer oder Lehrerin laufen aber übers Internet oder Funk. Interessant dies zu wissen.
Ein älterer Mann holte aber die Post von unserem Schiff mit dem Ruderboot ab, da der Wasserstand zu wenig tief war, konnte unser Schiff nicht anlegen. Nächster Halt war Stip Cave, die erste Anlegestelle von James Cook bei der Entdeckung NZL, inmitten eines Maorigebietes.
Als letzte Haltestellen wurden Bootshäfen im "Endeavour Inlett" bedient. Dort "wimmelt" es buchstäblich von Lodges, welche von Wanderern und Fussgänger besucht werden. Nachher ging's mit unserem Katamaran mit flotter Geschwindigkeit wieder zurück nach Picton. Die 4 1/2 stündige Fahrt kostete $ 91 pro Person. Nicht ganz günstig, aber während der Schifffahrt ist in NZL jeweils der Kaffee und der Tee à Discretions gratis im Fahrpreis inbegriffen. Man kann das auch umgekehrt ansehen und sagen, der Kaffee hat $ 91 gekostet und die Schifffahrt war gratis.
27.2.2013: Am früheren Vormittag verliessen wir Picton. Unser Tagesziel hiess Kaikoura. Vorerst aber haben wir in der "Weinhauptstadt" von Neuseeland einen Zwischenstopp eingelegt. Es ist bekannt, dass Blenheim reich an sehr schönen Parkanlagen sei. Das können wir nach unserem Besuch nur bestätigen. Wiederum "very British". Sauber gestylte Rabatten mit Blumen kombiniert mit Gemüse, in unserem Fall Tagetes zusammen mit Karotten, Petersilie, Randen, Salbei usw. Sieht wirklich toll aus und nachahmenswert.
So wie's halt auf einer Reise ist, verspürt man auch biologische Bedürfnisse. Ich habe eine Toilette entdeckt, habe mich darin eingeschlossen und dann kamen die Weisungen per Lautsprecher. "Türe verriegeln" und in vollem Wortlaut: "You can stay for max. 10 minutes". Ich habe keine Ahnung woher die mich kennen!!!!
In der Region Blenheim hat ein Schweizer Önologe ganze Arbeit geleistet. Er hat den eigentlichen Weinanbau für NZL neu "erfunden". Dieser Herr Fromm ist nun pensioniert, der Anbau und der Vetrieb dieser guten Weine werden aber weiterhin durch einen Schweizer geführt. Obwohl die NZL Spitzenweine heute alle mit Drehverschluss in den Verkauf gelangen, bleibt bei dieser Firma immer noch der Korken als Geheimnis für gute Weine bestehen.
Maria wünscht sich für heute Abend einen speziellen Ort als Übernachtungsort. Nicht Kaikoura wie vorgesehen. Wir fahren nach Marfells Beach. Ein gottverlassener Platz, nur über eine kleine schmale Strasse zu erreichen. Vorbei an den Salzseen von Lake Grassmere. Aber wau, wie haben wir dahinten gestaunt. So etwas von schön. Wir haben unser Fahrzeug platziert und nachher einen Spaziergang dem Strand entlang durchs seichte Wasser unternommen. Ein solchesnErlebnis geht tief, obwohl ich vorerst vom Vorhaben von Maria nicht so begeistert war. Sie wollte mich dann mit einem Kaffee und einem Muffins "aufpäppeln", wo ich doch lieber nochmals eine Schweizer Cremeschnitte gegessen hätte. Beim parkieren unseres Campers war die Frage, wo geht die Sonne auf, resp. wo geht sie unter. Wahrscheinlich muss ich die ganze Nacht umparkieren, damit das Auto am Morgen richtig steht. Da wir ja keine Ahnung hatten wo Norden liegt, habe ich mein I-Phone zu Hilfe genommen. Und wir haben richtig getippt.
Weil wir keinen Stromanschluss hatten, haben wir mit den Stirnlampen Yatzi gespielt und ich werde die Kasse wieder füttern, aber erst zu Hause. Ein toller Vollmond- und anderntags ein unbeschreiblicher Sonnenaufgang haben in uns Erlebnisse eingemeisselt, die man nicht mehr vergisst.
28.2.2013: Die Sonne schien voll in unser fahrbares "Wohnzimmer". Das Rauschen des Meeres bleibt unvergesslich. Vor der Wegfahrt hat uns unsere Schwägerin Erika besucht. Kurz nach der Wegfahrt befanden sich Kühe auf der engen Strasse und die geniessen Vortritt. Ob die das auch wissen?
Um 12.45 Uhr waren wir bereits in Kaikoura. An verschiedenen Stellen haben wir Seelöwen, Seehunde und Robben fotografieren können. Wenns um Faulheit geht, absolviere ich bei denen einen Kurs. Ehrlich, fauler geht's wirklich nicht wie diese sich auf den Felsbrocken ausruhen. Wir wollten in Kaikoura einen Whale - Watchingausflug buchen, aber $ 145 dafür pro Person zu bezahlen war "for us to extensive". Aus der Lektüre wurden wir auf geklärt, dass dieses Geschäft total in den Händen der Maori ist. Klevere Bürschchen.
01.3.2013: Maria hat im Reiseführer wieder eine Trouvaille gefunden. Wir fahren nach Mt. Lyford. Die haben zwar nur 10 Plätze aber nebenan eine Lodge mit einem Restaurant das alle Wünsche erfüllen würde. Stimmt das? Um einen sicheren Standplatz zu ergattern haben wir bereits um 11 a.m. eingecheckt. Nachher sind wir nach Hanmer Springs gefahren um das "verpasste" Schwimmen in den Hot Springs nachzuholen. Dieser Entscheid war goldrichtig. Eine tolle Anlage mit verschiedensten Wasserbecken von 28 - 42 Grad. Anschliessend Rückfahrt nach Mt. Lyford und dann zum Höhepunkt des Tages. Maria hat mir heute einen freien Tag versprochen, also "musste" ich nicht kochen. Wir liessen uns verwöhnen mit dem Besten aus Küche und Keller. Der Reiseführer hat nicht zuviel versprochen. Hat das geschmeckt. Mmmmhhhhhh fein oder wie wir zusammen mit Lore und Michael zu sagen pflegen "gruusig". Nachher gesellte sich der Hund des Hauses, ein weisses Viech zu uns. Er hörte auf den Namen Snow.
02.3.2013: Stellt euch vor, einen Campingplatz alleine zu benützen. Bei den Herren 3 Duschen, 3 WC's, und 3 Lavabos sowie 2 Pissoirs. Bei den Damen dieselbe Anzahl, natürlich ohne Pissoirs. So konnten wir heute Morgen jegliche Handlungen ohne lästiges Anstehen vollziehen.
Gesättigt ging's dann nach Waiau. Dieselnachschub - zweimal denselben Fehler machen und zittern sollte man nicht. Für die Rückfahrt nach CC wählten wir eine wenig befahrene Nebenstrasse um dann wieder auf die Highway 1 zu gelangen. An diesem Streckenabschnitt haben wir ganz deutlich an den Pflanzen und Bäumen den Herbst erkennen können. So passen für uns dann auch die Jahreszeiten wieder. Angekommen im Sommer, Rückreise im Frühherbst und Ankunft in der Schweiz im Winter.
Ankunft Top 10 Holiday Park in CC. Die Empfangshalle mit Reception würde das Herz vieler Hoteliers höher schlagen lassen. Platz 23 wird unsere Hausnummer für die kommenden beiden Tage sein. Dann ging's noch ein bisschen zum Einkauf. Wie kompliziert die in den Warenhäusern die Artikel einscannen und dir dann noch die Tasche bepacken! Details können wir euch dann nach unserer Rückkehr erzählen. Kaffeerahm kennen die NZL nicht. Da haben wir uns für Halbrahm entschieden. Beim "wohlverdienten" Kaffee haben wir dann festgestellt, dass sich der Halbrahm während der Fahrt wegen der vielen Kurven langsam zu Schlagrahm entwickelt hat. Interessant ist, dass wir haben doch einen Campervan und nicht ein Butterfass gemietet hatten.
03.03.2013: Heute geht's ans Einpacken und Koffern richten für den Rückflug am Dienstag von CC nach Auckland. Eigentlich eine langweilige Arbeit. Aber nach so vielen tollen und erlebnisreichen Tagen ist es halt schwierig sich wieder einer bestimmten Ordnung zu unterziehen.
Ein erstes Fazit von Maria und mir über unsern NZL Aufenthalt lautet: Ein wirklich sehr interessantes Land. Rekorde und Gegensätze wechseln sich ab. Wir möchten nicht gerade in einer grösseren Stadt wohnen, aber auch nicht dort, wo man halbstundenweise fahren kann ohne jemanden zu treffen. Wir fragten uns auch, ob in dieser teilweisen Abgeschiedenheit jeder seinen nächsten Nachbarn kennt. NZL, das Ende der Welt wie es auch genannt wird ist uns ans Herz gewachsen. Erlebnisse, Landschaften, Wälder, Pflanzen, Tierherden, Wolkenspiele und vor allem die Einwohner leben in uns weiter. Vielleicht erlaubt uns der liebe Gott nochmals einen "Ausflug" dahin. Obwohl wir zwei Monate hier waren hätten wir Ideen und Pläne, wie man NZL wieder bereisen könnte.
Wenn wir zu Hause sind werden wir euch einen Abschlussblog übermitteln. Habt keine Angst, wir freuen uns wieder riesig nach Hause zu kommen und euch zu treffen. Vor allem hatten wir aber "Längi Ziti" nach unserer Enkelin Helena. Immer wieder haben wir die Fotos angeschaut und mit ihr " pläuderlet".
Also bis bald in der Schweiz. Die doch schon fast ein bisschen "Heimwehmaori"
Maria und Peter
Aotearoa bedeutet in Maori - Sprache "Land der grossen weissen Wolke". Sollte es euch interessieren so folgt unserem Blog ...... Wir wünschen viel Spass und freuen uns auch über eure Kommentare :-).
Freitag, 22. Februar 2013
Samstag, 16. Februar 2013
Von Dunedin weiter Richtung Süden - Und dann die Kurve nach oben kriegen
14.2.2013: Wieder einmal vor 6 a.m. Tagwache. Unser Ziel ist heute die Taieri Gorge Railway und da sollen wir uns um 9.15 a.m. einfinden. Also Duschen, Frühstücken und ab zur Bushaltestelle. Man muss den Campingplatz eben so aussuchen, dass der Bus direkt davor abfährt. Am Bahnhof angelangt waren schon Dutzende Gäste in "Wartelaune". Das wunderschöne Bahnhofgebäude verkürzt aber die Zeit immens. Rechtzeitig suchten wir unsern Platz in Wagen "E". Mit fast einer halben Stunde Verspätung rumpelte der Zug los. Maria und ich waren uns nicht ganz sicher, ob unter jeder Bahnschwelle ein Schotterstein lag. Any Way - langsam tuckerten wir mit sieben angehängten Wagen in ein gottverlassenes Tal hinein. Eine Fahrt ins Muotathal hätte im Vergleich grad grossstädtischen Charakter. Ehrlich, nur Steine, Wasser, Berge, karge Alpweiden. Wem kam es überhaupt in den Sinn in dieses verlassene Gebiet eine Bahn zu bauen? Bahntechnisch eine gewaltige Herausforderung, Brücken, Tunnels, weitere Kunstbauten waren erforderlich um Züge auf diesem Trassee fahren zu lassen.
Der Kondukteur/Schaffner hat bei der Kontrolle natürlich wieder gefragt woher wir kommen. "Ah, from Switzerland. I was in Lucerne and Pilatus. A beautiful place. Irgendwo hat der Zug dann angehalten. Bei der Einfahrt des Zuges in diese Station hat eine Frau noch ihre letzten "Sheeps" am Verkaufsstand aufgestellt. Die nun ausgestiegenen Touristen kauften. Weit und breit aber kein Dorf. Geschäften können die Neuseeländer aber. Nach der Weiterfahrt gelangten wir mit fast einer Stunde Verspätung zum Bahnhof Pukerangi - Endstation unseres Zuges. Wer hier aber ein Dorf oder etwas ähnliches erwartet hatte wurde Lügen gestraft. Nur ein kleines Wartehäuschen steht da. Aber ohalätz, die geschäftigen Leute hatten "Openair-Stände" aufgestellt wo Pullover, T-Shirts und Mützen angeboten wurden. Aber auch Schmuckhändler und Bücherverkäufer boten ihre Waren an. Erstaunlicherweise liessen sich viele Zugspassagiere von den Angeboten überzeugen und kauften ein. Eine halbe Stunde später ging's wieder zurück nach Dunedin. Unterwegs entdeckte ich in einer Schlucht zwei Eisenbahngüterwagen die irgendwann abgestürzt sind. Vertrauenserweckend, mussten wir doch noch etliche Kilometer in dem unwegsamem Gelände zurückfahren. Mit fast einer Stunde Verspätung sind wir wieder in Dunedin eingetroffen.
Anschliessend mussten wir den Camper auf dem Campingplatz holen und in eine uns zugewiesene Werkstatt fahren. Das einzige was jetzt funktioniert ist die Warmwasseraufbereitung. Der Rest bleibt gleich. Maria und ich wandern ja so gerne, dass wir auch in der Nacht einen Spaziergang zur nächsten Toilette im Campingplatz machen. Jetzt fehlt dann nur noch, dass wir das Fahrzeug nach CC zurückziehen müssen!!!
15.2.2013: Bevor wir zu unserem Tagesziel Owaka wegfahren besuchen wir auf Otago Peninsula das Castle Larnach, übrigens das einzige Schloss in Neuseeland. In Europa wäre dies allerdings nur ein Herrschaftshaus liest man in den einschlägigen Lektüren. Erbaut wurde dieses Schloss von William Larnach für seine erste Frau. Deren hatte er aber drei. Die zwei ersten sind gestorben und die Dritte hatte allem Anschein nach mehr Freude am Stiefsohn als am Vater. Mit den Jahren ist dieses Haus verlottert. Es diente noch als psychiatrische Klinik, als Gebäude für Einwanderer und wie man liest zuletzt noch als Schafstall. Im Jahre 1967 hat eine Familie Barker dieses Gebäude samt dem grossem Umschwung von 35 ha gekauft und während 35 Jahren wieder so hergestellt, wie es sich eben für ein solches Haus geziemt. Und draussen die schön gepflegten Parkanlagen - eben wieder "very British".
Anschliessend fuhren wir von diesem Schloss runter an die See und via Portobello testeten wir unsere Verkehrssicherheit nochmals in der Stadt Dunedin. Gemütliche Fahrt über Land. Kühe, Schafe - oder - Schafe, Kühe. Maria hat sich einen kleinen Campingplatz direkt am Südpazifik ausgesucht. Wirklich direkt - wenn man Ebbe und Flut einrechnet kann man nicht näher dran fahren. Nach einem Kaffe haben wir uns aufgemacht die Region ein bisschen zu durchwandern. Nach ein paar hundert Metern waren wir am Ufer. Bereits im Gebüsch drin entdecken wir etwas Seltsames. Es war ein Sealionsbaby (Seelöwenbaby) der Hookers, einer sehr seltenen Seelöwenart. Unser Herz hüpfte vor grosser Freude. Ein paar Meter dem Strand entlang haben wir die Eltern entdeckt und etwas weiter vorne nochmals ein Hookers-"Ehepaar". Das war doch absolute Spitze, mit so einer Begegnung haben wir überhaupt nie gerechnet. Dem Baby konnte ich mich auf ca. 1.50 m annähern um eine Fotoaufnahme zu machen. Bei den alten beiden Tieren hat uns der Respekt doch einen grösseren Abstand von etwa 10 m abverlangt. Wie Maria dann im Dumont gelesen hat, können die lauten Schreie dieser Tiere doch vermitteln, "Hau ab". Soweit liessen wir's nicht kommen. Gegen 9 Uhr p.m. war die Flut wieder auf dem Höhepunkt. Wir hörten plötzlich Laute ähnlich wie sie Kühe von sich geben. Aber hallo, grad hinter unserem Camper sind aus dem Wasser zwei solcher Seelöwen aufgetaucht. Für uns Bergnomaden ein Erlebnis ganz besonderer Art.
16.2.2013: Heute mussten wir in Owaka zum ersten Mal den Camper mit Diesel versorgen. Es ist hier ratsam, wenn der Tank noch einen Drittel Inhalt hat, nachzutanken. Man kann gemäss den nicht ganz genauen Strassenkarten nicht abmessen, in welchem Dorf wieder eine Tankstelle zur Verfügung steht. Der Tankstellenhalter in Owaka hat's aber Faustdick hinter den Ohren. Liegt doch das Dieselangebot bei $ 1.549 im Normalfall liess sich dieser Tankstellenhalter $ 1.639 pro Liter gutschreiben. Ja, es ging dann sehr lange bis wieder eine Nachfüllstation gekommen wäre. Es mahnt mich ganz an eine Tankstelle in Andermatt!
Unterwegs Halt für einen Spaziergang zu den Purakanui Wasserfällen im Regenwald. Wie sonst üblich sieht und hört man dort Vögel und Affen. Ich glaube aber, in diesem Regenwald haben wir diese Rollen selbst übernommen.
Einen weiteren Stopp legten wir beim "Florence Hill" Lookout ein. Wau! Ist das ein Blick übers weite Meer. Wellen, blaues Wasser, schöne Strände.
Unsere Fahrt nach Invercargill verlief mühsam. Soviel Wind auf einer so langen Strecke habe ich noch nie erlebt. Immer und immer wieder war volle Konzentration gefragt, damit wir nicht nebenan im Strassengraben landeten. Wir fuhren zuerst den Campingplatz in Oreti Beach an. Bei unserer Ankunft heulten plötzlich Motoren auf. Wir waren neben einem Motodrom und das müssen wir sicherlich nicht haben. So sind wir etwas weiter gefahren und haben einen schönen Platz etwas ausserhalb von Invercargill gefunden. Kaum hatten wir unser Fahrzeug an Strom und Wasser angeschlossen kam uns Ben besuchen.
17.2.2013: Maria kocht erstmals 3-Minuten Eier auf dem Gasherd. Andreas fehlt - es gibt keine Omegaeier.
Nach dem Frühstück fahren wir gemütlich die Route, welche uns die Receptionisten im Camping Invercargill empfohlen hatte. Zuerst ein kurzes Wegstück auf der Strasse Nr. 6 und nachher abbiegen auf die 99. Diese Strasse ist extra geschaffen für uns. Wir sind auch nicht ganz hundert. Es hat sich gelohnt. Was wir da alles zu sehen bekamen. Wellen, Strand in einer unglaublichen Weite. Der Waewae Bay ist daselbst 27 Kilometer breit. Maria und ich denken, als der liebe Gott die Welt erschaffen hatte, war er mindestens eine Woche in dieser Region.
Bald sind wir nach Schwarzenberg gekommen, der Heimatgemeinde von Maria. "Blackmount". Für einmal war Maria die einzige, die an der Burri-Tagung 2013 teilnahm. Eine Schule, ein Tennisplatz, ein Hallenbad und ein Gemeindezentrum, das war's. Weit und breit keine Häuser. Wir fragen uns, woher diese Kinder alle in die Schule kommen. Aber irgendwo müssen ja die vielen Schafe und Kühe ja auch zu Hause sein.
18.2.2013: Brrrrrrrrrrrrrrrrr. In der vergangenen Nacht war's saukalt. Die Scheiben am Camper waren aussen gefroren. Beim Duschen gab's wegen der vielen Gäste ein kleineres "Puff". Aber schlussendlich konnten wir unsern täglichen Unterhalt doch abwickeln.
Zu den Sandflies an den Milford Sound wollten wir nicht und ein Ausflug zu den Doubt Sounds war bereits tags zuvor ausverkauft. So sind wir mit einem Katamaran auf dem Lake Te Anau gekreuzt und bei der "Glühwürmchen-Grotte" haben wir angelegt um diese Höhlen zu besichtigen. Ein überaus interessantes Unterfangen. Vor 35 Mio Jahren hat der Ozean Sand und weitere Materialien abgelagert. Durch die entstandenen Spalten ist dann während Jahrtausenden Wasser geflossen und hat dieses Höhlensystem mit Becken, Spalten, Wasserfällen und Vielem mehr geschaffen. Auf Booten wurden wir in der vollen Dunkelheit durch dieses Höhlensystem geführt. Die Hauptdarsteller aber waren die Glühwürmchen. Zu Tausenden klebten diese am Gewölbe dieser Höhlen. Übrigens ist dieser Höhlenbesuch auch ein Fitnessprogramm. Beim Eingang muss man rund 100 m in voll gebückter Stellung "einschleichen" und das mit Kampfpackung am Rücken (Rucksack).
Heute Abend waren wir beim Italiener essen. Es hat fast heimatlich getönt, das Italienisch. Und geschmeckt hat's.
19.2.2013: Es gibt Zufälle im Leben, man kann das nicht verstehen. Ich weiss nicht wie viele Milliarden Leute die Erde bewohnen. Es ist mir auch klar, dass nur ein kleiner Teil davon in andere Länder reisen kann. Aber was sich hier auf dem Campingplatz in Te Anau (sprich Tianu) abspielte gehört zur Spitzenklasse.
Peter, Geschäftsleitungs-Mitglied der Matterhorn Gotthard, ging im vergangenen Jahr in Pension. Mit seiner Frau Vreni hat er eine Weltreise gebucht. Eben heute Morgen steht sein Camper hinter unserem Fahrzeug. Wirkliche Zufälle. Auf unserer Weiterreise heute nach Queenstown wählten sie denselben Campingplatz (von 4 Angeboten). So sassen wir dann am Abend bei einem Glas Wein zusammen und haben über Gott und die Welt diskutiert.
Die Fahrt von Te Anau nach Queenstown gehört zur Spitzenklasse. Das blaue Wasser des Sees Lake Wakatipu, schön eingebettet zwischen zwei Hügelzügen (Hills) erfreuten unser Auge auf den letzten 40 Kilometern. Nach der "Einquartierung" auf dem Campingplatz war unser Ziel der Schiffssteg von Queenstown. Mit dem einzigen noch betriebenen Dampfschiff mit echter Kohlenheizung der Welt, mittlerweile 101-jährig, sind wir nach Cecile Peak Station und wieder zurück gefahren.
Queenstown ist eine Stadt für junge Leute und Adventureliebhaber. Pub's, Restaurants, Banken, andere Geschäfte säumen die Strassen dieser Stadt - aber kein Lebensmittelgeschäft. Um dafür Erkundingungen einzuziehen ging ich aufs Informationsbüro. Ja, ja, das haben wir auch. Gottlob nur ein paar Schritte von hier.
20.2.2013: Als primäre Aufgabe heute Morgen war ein Anruf zu Maui vorgesehen. Endlich konnte ich unser Fahrzeug in einer Werkstatt von Maui in Frankton reparieren lassen. Nach etwas mehr als einer Stunde konnten wir unsere Weiterreise in Angriff nehmen. Wir waren ja gespannt was alles funktionierte. Am Abend in Omarama war die Dusche wieder voll Wasser, die Türe funktionierte nicht immer, aber besser, aber der Tisch wackelte nicht mehr. Immerhin ein Erfolg von gut 30%.
Vor unserer Wegfahrt haben wir Hedi Keller zum 60. Geburtstag gratuliert. Die Familie feiert auch in Neuseeland. Unser Anruf kam allerdings 12 Stunden zu früh (Schweizerzeit hinkt nach). So kam Hedi zu ihrem ersten Geburtstag, welcher 36 Stunden dauerte. Nochmals herzliche Gratulation.
Heute standen zwei Bergpreise auf dem Programm. Jener der ersten Kategorie war die Crown Terrace mit 1076 m schon sehr anspruchsvoll. Steile Anstiege ab Meereshöhe, Harnadelkurven und wies sich geziemt, tolle Aussicht. Später gelangten wir nach Cadrona. Da steht ein Hotel aus dem Jahre 1868, welches 1980 mit viel Sinn für die historische Atmosphäre restauriert wurde. Ein fotogenes Sujet (Z'Hansrüedi würde Schüse sagen) mit einem englischen Oldtimer vor dem Gebäude. In Wanaka haben wir noch einige Einkäufe getätigt, da wir in den kommenden zwei Tagen in der Pampas leben. Aus dem Dorf heraus zu finden war wieder sehr schwierig. Die Neuseeländer haben wieder signalisiert. Juhuiiiiiiiii, wir haben den Ausgang gefunden. Weiterfahrt über den Linsdis Pass nach Omarama. Die befahrene Landschaft zu beschreiben ist nicht möglich und fotografisch gar nicht festzuhalten. Die Wirkung dieses Fleckens Erde kann man nur "Erleben". Das Tal zwischen dem Hawkdem Raida Range und dem Barrier Range (Gebirgszüge) sind so breit, dass man das ganze Goms spielend längsseits hätte platzieren können. Wir konnten nur Staunen - begreifen kann man so etwas nicht.
21.2.2013: Volle Fahrt auf schöner Strasse zum "Peters Look Out". Fantastischer Blick auf den Stausee Pukaki und dann vor allem auf den Mt. Cook. Mit 3'754 m der höchste Berg von NZL. Von der Staumauer aus überwältigender Blick auf den Aoraki (Maorischer Name des Mt. Cook). Dieser Berg diente Sir Edmond Hillary als Trainingsberg für die gelungene Erstbesteigung des Mt. Everest im Jahre 1953. Hillary war Neuseeländer, wurde aber für die Leistung am Mt. Everest von der Englischen Königin in den Adelsstand erhoben.
Weiter ging die Fahrt nach Lake Tekapo. Vorher machten wir einen Abstecher auf den Mt. John. (Observatorium) und genialer Aussichtspunkt in die weitesten Ebenen und Flächen dieser Region. Übrigens der Cappuccino in der Cafeteria hat so gut geschmeckt wie er im Dumont beschrieben ist. Am Lake Tekapo besuchten wir die Church of the Good Shephard, die Kirche des guten Hirten. Erbaut 1953 und ein beliebter Hochzeitsort.
Das Tagesprogramm wies uns den Weg weiter über den "Burkes Pass", 829 müM, via Fairline nach Geraldine. Waren wir vorher durch karge und mehrheitlich braunere Gebiete gefahren wechselt die Vegetaion wieder auf sattes grün und Bäume stehen auch wieder in voller Pracht da. Wieder inmitten der Ortschaft haben wir einen schönen Platz für unsere Übernachtung gefunden. Strom anschliessen, Wassertank nachfüllen, allgemeine Kontrolle am Fahrzeug. Fast wie ein alter "Hase".
So, nun gibts bald unsern heute gekauften Lachs zum Nachtessen. Mmmmmmhhhhhhh fein!
Wir wünschen euch zu Hause eine gute Zeit bis zu unserem nächsten Blog. Weiter geht's über die Hanmar Springs nach Nelson, nach Blenheim, nach Kaikura und dann zurück nach CC. Wir freuen uns, euch wieder Interessantes schreiben zu dürfen.
Herzlichst
Eure Maori-Maria und der Maori- Peter
Der Kondukteur/Schaffner hat bei der Kontrolle natürlich wieder gefragt woher wir kommen. "Ah, from Switzerland. I was in Lucerne and Pilatus. A beautiful place. Irgendwo hat der Zug dann angehalten. Bei der Einfahrt des Zuges in diese Station hat eine Frau noch ihre letzten "Sheeps" am Verkaufsstand aufgestellt. Die nun ausgestiegenen Touristen kauften. Weit und breit aber kein Dorf. Geschäften können die Neuseeländer aber. Nach der Weiterfahrt gelangten wir mit fast einer Stunde Verspätung zum Bahnhof Pukerangi - Endstation unseres Zuges. Wer hier aber ein Dorf oder etwas ähnliches erwartet hatte wurde Lügen gestraft. Nur ein kleines Wartehäuschen steht da. Aber ohalätz, die geschäftigen Leute hatten "Openair-Stände" aufgestellt wo Pullover, T-Shirts und Mützen angeboten wurden. Aber auch Schmuckhändler und Bücherverkäufer boten ihre Waren an. Erstaunlicherweise liessen sich viele Zugspassagiere von den Angeboten überzeugen und kauften ein. Eine halbe Stunde später ging's wieder zurück nach Dunedin. Unterwegs entdeckte ich in einer Schlucht zwei Eisenbahngüterwagen die irgendwann abgestürzt sind. Vertrauenserweckend, mussten wir doch noch etliche Kilometer in dem unwegsamem Gelände zurückfahren. Mit fast einer Stunde Verspätung sind wir wieder in Dunedin eingetroffen.
Anschliessend mussten wir den Camper auf dem Campingplatz holen und in eine uns zugewiesene Werkstatt fahren. Das einzige was jetzt funktioniert ist die Warmwasseraufbereitung. Der Rest bleibt gleich. Maria und ich wandern ja so gerne, dass wir auch in der Nacht einen Spaziergang zur nächsten Toilette im Campingplatz machen. Jetzt fehlt dann nur noch, dass wir das Fahrzeug nach CC zurückziehen müssen!!!
15.2.2013: Bevor wir zu unserem Tagesziel Owaka wegfahren besuchen wir auf Otago Peninsula das Castle Larnach, übrigens das einzige Schloss in Neuseeland. In Europa wäre dies allerdings nur ein Herrschaftshaus liest man in den einschlägigen Lektüren. Erbaut wurde dieses Schloss von William Larnach für seine erste Frau. Deren hatte er aber drei. Die zwei ersten sind gestorben und die Dritte hatte allem Anschein nach mehr Freude am Stiefsohn als am Vater. Mit den Jahren ist dieses Haus verlottert. Es diente noch als psychiatrische Klinik, als Gebäude für Einwanderer und wie man liest zuletzt noch als Schafstall. Im Jahre 1967 hat eine Familie Barker dieses Gebäude samt dem grossem Umschwung von 35 ha gekauft und während 35 Jahren wieder so hergestellt, wie es sich eben für ein solches Haus geziemt. Und draussen die schön gepflegten Parkanlagen - eben wieder "very British".
Anschliessend fuhren wir von diesem Schloss runter an die See und via Portobello testeten wir unsere Verkehrssicherheit nochmals in der Stadt Dunedin. Gemütliche Fahrt über Land. Kühe, Schafe - oder - Schafe, Kühe. Maria hat sich einen kleinen Campingplatz direkt am Südpazifik ausgesucht. Wirklich direkt - wenn man Ebbe und Flut einrechnet kann man nicht näher dran fahren. Nach einem Kaffe haben wir uns aufgemacht die Region ein bisschen zu durchwandern. Nach ein paar hundert Metern waren wir am Ufer. Bereits im Gebüsch drin entdecken wir etwas Seltsames. Es war ein Sealionsbaby (Seelöwenbaby) der Hookers, einer sehr seltenen Seelöwenart. Unser Herz hüpfte vor grosser Freude. Ein paar Meter dem Strand entlang haben wir die Eltern entdeckt und etwas weiter vorne nochmals ein Hookers-"Ehepaar". Das war doch absolute Spitze, mit so einer Begegnung haben wir überhaupt nie gerechnet. Dem Baby konnte ich mich auf ca. 1.50 m annähern um eine Fotoaufnahme zu machen. Bei den alten beiden Tieren hat uns der Respekt doch einen grösseren Abstand von etwa 10 m abverlangt. Wie Maria dann im Dumont gelesen hat, können die lauten Schreie dieser Tiere doch vermitteln, "Hau ab". Soweit liessen wir's nicht kommen. Gegen 9 Uhr p.m. war die Flut wieder auf dem Höhepunkt. Wir hörten plötzlich Laute ähnlich wie sie Kühe von sich geben. Aber hallo, grad hinter unserem Camper sind aus dem Wasser zwei solcher Seelöwen aufgetaucht. Für uns Bergnomaden ein Erlebnis ganz besonderer Art.
16.2.2013: Heute mussten wir in Owaka zum ersten Mal den Camper mit Diesel versorgen. Es ist hier ratsam, wenn der Tank noch einen Drittel Inhalt hat, nachzutanken. Man kann gemäss den nicht ganz genauen Strassenkarten nicht abmessen, in welchem Dorf wieder eine Tankstelle zur Verfügung steht. Der Tankstellenhalter in Owaka hat's aber Faustdick hinter den Ohren. Liegt doch das Dieselangebot bei $ 1.549 im Normalfall liess sich dieser Tankstellenhalter $ 1.639 pro Liter gutschreiben. Ja, es ging dann sehr lange bis wieder eine Nachfüllstation gekommen wäre. Es mahnt mich ganz an eine Tankstelle in Andermatt!
Unterwegs Halt für einen Spaziergang zu den Purakanui Wasserfällen im Regenwald. Wie sonst üblich sieht und hört man dort Vögel und Affen. Ich glaube aber, in diesem Regenwald haben wir diese Rollen selbst übernommen.
Einen weiteren Stopp legten wir beim "Florence Hill" Lookout ein. Wau! Ist das ein Blick übers weite Meer. Wellen, blaues Wasser, schöne Strände.
Unsere Fahrt nach Invercargill verlief mühsam. Soviel Wind auf einer so langen Strecke habe ich noch nie erlebt. Immer und immer wieder war volle Konzentration gefragt, damit wir nicht nebenan im Strassengraben landeten. Wir fuhren zuerst den Campingplatz in Oreti Beach an. Bei unserer Ankunft heulten plötzlich Motoren auf. Wir waren neben einem Motodrom und das müssen wir sicherlich nicht haben. So sind wir etwas weiter gefahren und haben einen schönen Platz etwas ausserhalb von Invercargill gefunden. Kaum hatten wir unser Fahrzeug an Strom und Wasser angeschlossen kam uns Ben besuchen.
17.2.2013: Maria kocht erstmals 3-Minuten Eier auf dem Gasherd. Andreas fehlt - es gibt keine Omegaeier.
Nach dem Frühstück fahren wir gemütlich die Route, welche uns die Receptionisten im Camping Invercargill empfohlen hatte. Zuerst ein kurzes Wegstück auf der Strasse Nr. 6 und nachher abbiegen auf die 99. Diese Strasse ist extra geschaffen für uns. Wir sind auch nicht ganz hundert. Es hat sich gelohnt. Was wir da alles zu sehen bekamen. Wellen, Strand in einer unglaublichen Weite. Der Waewae Bay ist daselbst 27 Kilometer breit. Maria und ich denken, als der liebe Gott die Welt erschaffen hatte, war er mindestens eine Woche in dieser Region.
Bald sind wir nach Schwarzenberg gekommen, der Heimatgemeinde von Maria. "Blackmount". Für einmal war Maria die einzige, die an der Burri-Tagung 2013 teilnahm. Eine Schule, ein Tennisplatz, ein Hallenbad und ein Gemeindezentrum, das war's. Weit und breit keine Häuser. Wir fragen uns, woher diese Kinder alle in die Schule kommen. Aber irgendwo müssen ja die vielen Schafe und Kühe ja auch zu Hause sein.
18.2.2013: Brrrrrrrrrrrrrrrrr. In der vergangenen Nacht war's saukalt. Die Scheiben am Camper waren aussen gefroren. Beim Duschen gab's wegen der vielen Gäste ein kleineres "Puff". Aber schlussendlich konnten wir unsern täglichen Unterhalt doch abwickeln.
Zu den Sandflies an den Milford Sound wollten wir nicht und ein Ausflug zu den Doubt Sounds war bereits tags zuvor ausverkauft. So sind wir mit einem Katamaran auf dem Lake Te Anau gekreuzt und bei der "Glühwürmchen-Grotte" haben wir angelegt um diese Höhlen zu besichtigen. Ein überaus interessantes Unterfangen. Vor 35 Mio Jahren hat der Ozean Sand und weitere Materialien abgelagert. Durch die entstandenen Spalten ist dann während Jahrtausenden Wasser geflossen und hat dieses Höhlensystem mit Becken, Spalten, Wasserfällen und Vielem mehr geschaffen. Auf Booten wurden wir in der vollen Dunkelheit durch dieses Höhlensystem geführt. Die Hauptdarsteller aber waren die Glühwürmchen. Zu Tausenden klebten diese am Gewölbe dieser Höhlen. Übrigens ist dieser Höhlenbesuch auch ein Fitnessprogramm. Beim Eingang muss man rund 100 m in voll gebückter Stellung "einschleichen" und das mit Kampfpackung am Rücken (Rucksack).
Heute Abend waren wir beim Italiener essen. Es hat fast heimatlich getönt, das Italienisch. Und geschmeckt hat's.
19.2.2013: Es gibt Zufälle im Leben, man kann das nicht verstehen. Ich weiss nicht wie viele Milliarden Leute die Erde bewohnen. Es ist mir auch klar, dass nur ein kleiner Teil davon in andere Länder reisen kann. Aber was sich hier auf dem Campingplatz in Te Anau (sprich Tianu) abspielte gehört zur Spitzenklasse.
Peter, Geschäftsleitungs-Mitglied der Matterhorn Gotthard, ging im vergangenen Jahr in Pension. Mit seiner Frau Vreni hat er eine Weltreise gebucht. Eben heute Morgen steht sein Camper hinter unserem Fahrzeug. Wirkliche Zufälle. Auf unserer Weiterreise heute nach Queenstown wählten sie denselben Campingplatz (von 4 Angeboten). So sassen wir dann am Abend bei einem Glas Wein zusammen und haben über Gott und die Welt diskutiert.
Die Fahrt von Te Anau nach Queenstown gehört zur Spitzenklasse. Das blaue Wasser des Sees Lake Wakatipu, schön eingebettet zwischen zwei Hügelzügen (Hills) erfreuten unser Auge auf den letzten 40 Kilometern. Nach der "Einquartierung" auf dem Campingplatz war unser Ziel der Schiffssteg von Queenstown. Mit dem einzigen noch betriebenen Dampfschiff mit echter Kohlenheizung der Welt, mittlerweile 101-jährig, sind wir nach Cecile Peak Station und wieder zurück gefahren.
Queenstown ist eine Stadt für junge Leute und Adventureliebhaber. Pub's, Restaurants, Banken, andere Geschäfte säumen die Strassen dieser Stadt - aber kein Lebensmittelgeschäft. Um dafür Erkundingungen einzuziehen ging ich aufs Informationsbüro. Ja, ja, das haben wir auch. Gottlob nur ein paar Schritte von hier.
20.2.2013: Als primäre Aufgabe heute Morgen war ein Anruf zu Maui vorgesehen. Endlich konnte ich unser Fahrzeug in einer Werkstatt von Maui in Frankton reparieren lassen. Nach etwas mehr als einer Stunde konnten wir unsere Weiterreise in Angriff nehmen. Wir waren ja gespannt was alles funktionierte. Am Abend in Omarama war die Dusche wieder voll Wasser, die Türe funktionierte nicht immer, aber besser, aber der Tisch wackelte nicht mehr. Immerhin ein Erfolg von gut 30%.
Vor unserer Wegfahrt haben wir Hedi Keller zum 60. Geburtstag gratuliert. Die Familie feiert auch in Neuseeland. Unser Anruf kam allerdings 12 Stunden zu früh (Schweizerzeit hinkt nach). So kam Hedi zu ihrem ersten Geburtstag, welcher 36 Stunden dauerte. Nochmals herzliche Gratulation.
Heute standen zwei Bergpreise auf dem Programm. Jener der ersten Kategorie war die Crown Terrace mit 1076 m schon sehr anspruchsvoll. Steile Anstiege ab Meereshöhe, Harnadelkurven und wies sich geziemt, tolle Aussicht. Später gelangten wir nach Cadrona. Da steht ein Hotel aus dem Jahre 1868, welches 1980 mit viel Sinn für die historische Atmosphäre restauriert wurde. Ein fotogenes Sujet (Z'Hansrüedi würde Schüse sagen) mit einem englischen Oldtimer vor dem Gebäude. In Wanaka haben wir noch einige Einkäufe getätigt, da wir in den kommenden zwei Tagen in der Pampas leben. Aus dem Dorf heraus zu finden war wieder sehr schwierig. Die Neuseeländer haben wieder signalisiert. Juhuiiiiiiiii, wir haben den Ausgang gefunden. Weiterfahrt über den Linsdis Pass nach Omarama. Die befahrene Landschaft zu beschreiben ist nicht möglich und fotografisch gar nicht festzuhalten. Die Wirkung dieses Fleckens Erde kann man nur "Erleben". Das Tal zwischen dem Hawkdem Raida Range und dem Barrier Range (Gebirgszüge) sind so breit, dass man das ganze Goms spielend längsseits hätte platzieren können. Wir konnten nur Staunen - begreifen kann man so etwas nicht.
21.2.2013: Volle Fahrt auf schöner Strasse zum "Peters Look Out". Fantastischer Blick auf den Stausee Pukaki und dann vor allem auf den Mt. Cook. Mit 3'754 m der höchste Berg von NZL. Von der Staumauer aus überwältigender Blick auf den Aoraki (Maorischer Name des Mt. Cook). Dieser Berg diente Sir Edmond Hillary als Trainingsberg für die gelungene Erstbesteigung des Mt. Everest im Jahre 1953. Hillary war Neuseeländer, wurde aber für die Leistung am Mt. Everest von der Englischen Königin in den Adelsstand erhoben.
Weiter ging die Fahrt nach Lake Tekapo. Vorher machten wir einen Abstecher auf den Mt. John. (Observatorium) und genialer Aussichtspunkt in die weitesten Ebenen und Flächen dieser Region. Übrigens der Cappuccino in der Cafeteria hat so gut geschmeckt wie er im Dumont beschrieben ist. Am Lake Tekapo besuchten wir die Church of the Good Shephard, die Kirche des guten Hirten. Erbaut 1953 und ein beliebter Hochzeitsort.
Das Tagesprogramm wies uns den Weg weiter über den "Burkes Pass", 829 müM, via Fairline nach Geraldine. Waren wir vorher durch karge und mehrheitlich braunere Gebiete gefahren wechselt die Vegetaion wieder auf sattes grün und Bäume stehen auch wieder in voller Pracht da. Wieder inmitten der Ortschaft haben wir einen schönen Platz für unsere Übernachtung gefunden. Strom anschliessen, Wassertank nachfüllen, allgemeine Kontrolle am Fahrzeug. Fast wie ein alter "Hase".
So, nun gibts bald unsern heute gekauften Lachs zum Nachtessen. Mmmmmmhhhhhhh fein!
Wir wünschen euch zu Hause eine gute Zeit bis zu unserem nächsten Blog. Weiter geht's über die Hanmar Springs nach Nelson, nach Blenheim, nach Kaikura und dann zurück nach CC. Wir freuen uns, euch wieder Interessantes schreiben zu dürfen.
Herzlichst
Eure Maori-Maria und der Maori- Peter
Sonntag, 10. Februar 2013
Noch ein bisschen Wellington - Jetzt sind wir auf der Südinsel
06.2.2013: Wellington ist eingeklemmt zwischen Bergen und Meer, sie ist politisches Machtzentrum, Kulturhochburg und aufstrebende Filmstadt. Wellington kann hier klassisch schön sein, nostalgisch und romantisch, dort aber wieder hypermodern, weltstädtisch und exzentrisch. In dieser Stadt leben gegen 200'000 Personen.
Wie wir euch bereits im letzten Blog geschrieben haben, war am 6.2. Nationalfeiertag in NZL. Aber ohalätz, von feierlicher Stimmung in ganz Wellington, und das ist immerhin die Hauptstadt dieses tollen Landes, keine Spur. Auf den Baustellen wurde gearbeitet, die meisten Geschäfte boten ihre Waren an. Als wir zum Te Papa Museum schlenderten waren auf diesem grossen Vorplatz Musikdarbietungen und Vorbereitungsarbeiten für Kanurennen, auf Kanus wie diese von den Maoris früher gebaut wurden entweder aus Kauri- oder Totaraholz. Es herrschte so eher eine Marktstimmung als Nationalfeiertag. Auch am Abend, kein Feuerwerk oder ähnliches wie wir das bei uns kennen. Aber es heisst ja, andere Länder andere Sitten.
Wir erkundeten dieses überaus interessante Museum mit Kopfhörern auf eigene Faust. Wir sind aber ehrlich, so gut sind unsere Englischkenntnisse in diesen fast vier Wochen auch noch nicht geworden. Wir konnten alle Erläuterungen in deutscher Sprache hören. Trotzdem, so lernten wir doch ein bisschen die Geschichte der Maoris kennen, aber auch die Entdeckung NZL durch James Cook und die Herrschaft der Engländer während vielen Jahren. Übrigens, in NZL sind quasi alle Museen gratis zu besichtigen. Toll!
Heute war auch Waschtag angesagt. Gemeinsam haben wir's hingekriegt. Die grosse Problematik stellte sich uns, wie schieben wir das Geld rein, dass es auch drin bleibt. Andere spielen in den Ferien Karten und wir halt mit der Waschmaschine.
07.2.2013: Die Rückgabe des Mietwagens bei Europcar in Wellington Airport funktionierte einwandfrei. Ob die etwas angeschliffenen Felgen auf der linken Seite noch Folgen haben weiss ich nicht. Unterschrieben habe ich nichts. Vor der Rückgabe haben wir wie sich dies für saubere Schweizer geziemt, das Auto gewaschen inkl. Innenreinigung. In einem andern Land funktionieren halt gewisse Dinge anders. Also; man geht in den Tankstellenshop-man teilt mit, welches Waschprogramm gewünscht ist-man will noch Staub saugen-man erhält ein Kombiangebot-man bezahlt an der Kasse-man kriegt zwei Quittungen mit Nummern drauf-man fährt in die Waschanlage-man gibt die eine Nummer an einem Gerät ein und los geht's-genau gleiches Verfahren beim Staub saugen-Sauglänge 6 Minuten-und schon ist das Auto sauber. Und dies immer in englischer Sprache. We are very good!
Mit dem Bus ging's zurück ins Zentrum. Nächstes Ziel war ein Ausflug auf den Hausberg von Wellington, auf den Kelburn. Erschlossen mit einer Standseilbahn schweizerischer Herkunft. Die Rundsicht da oben war einmalig. Nicht zu übersehen waren aber auch die sehr vielen dicken Leute. Eine Familie; Vater sehr dick (man kann dies nicht mehr korpulent nennen), Mutter sehr dick, Tochter sehr dick und hat nacheinander Salznüssli geknabbert und die Kleinste hat bereits Beine, dass da drauf auch eine stattliche Carosserie gebaut werden kann. Oben im Museum haben wir uns einen Film über Wellington, maorisch genannt Te Whanganui-a-Tara, angeschaut. Die tollen Villen am und auf den Hügeln rund um die City mit Blick auf den Wellington Harbour sind mit Kleinstseilbahnen erreichbar. Diesen schönen und wiederum ereignisreichen Tag haben wir mit einem Mövenpickeis, "The Swiss Premium Ice", wie es angeboten wird, abgeschlossen.
08.2.2013: Heute ist unsere grosse Überseereise. Tagwache um 5.30 a.m. Der Taxi steht pünktlich um 7 a.m. vor dem Hotel. Wir fahren zum Ferryterminal der Interislander Gesellschaft. Auf der Fahrt erzählt uns der Taxifahrer, dass seine Company der grösste Taxiunternehmer in Wellington ist mit 650 Fahrzeugen. Alles Toyotas mit Hybridantrieben. Die Fahrzeuge blitzblank geputzt und innen clean. Er ergänzte unsern Wissensdurst mit Angaben über das Fährschiff Kaitiki. Es fasst 1'600 Personen und 600 Fahrzeuge. Diese werden mit Liften auf Zwischenbühnen gehoben. Allerdings hat der Rundblick von Maria und mir ergeben, dass für dieses Schiff einmal eine gründlichere Überholung gut täte. Ich entdeckte dann, dass dieses Schiff früher auf den Namen Cherbourg getauft war und zum Teil auch für die Stenalinie gefahren war. Heimathafen war früher Portsmouth. Ich erinnerte mich aber an einen Artikel den ich irgendwo gelesen habe, dass Schiffe nie umgetauft werden sollten, das bringe Unglück. Wir auf jeden Fall sind glücklich in Picton gelandet. Dieses Schiff gilt übrigens als das grösste Fährschiff in NZL.
Neuseeland ist ein der Schweiz gut gesinntes Land. Rolltreppen und viele Liftanlagen sind von Schindler, in vielen Geschäften werden Victorinoxmesser angeboten, Bernina-Nähmaschinen haben wir in einer Schneiderei entdeckt, auf dem Schiff war die Kaffeemaschine von Jura. Claudia hat uns seinerzeit ein MMS geschickt, dass der Appenzellerkäse für $ 65 das Kilo verkauft wird. Sollten wir uns entscheiden, doch hier zu bleiben, so wäre doch noch Vieles aus der Schweiz da.
Auf dem Fussweg von der Ferry zum Hotel gingen wir am Bahnhof Picton vorbei um uns zu erkundigen, wie wir den bereits bezahlten Gutschein in die Zugfahrkarte umtauschen müssten. Der Trans Coustel Zug von heute stand im Bahnhof Picton, welcher diesen um 13 p.m. verlassen müsste. Dann kam mein grosser Auftritt. Aus irgend einem Grund musste beim Speisewagen die Invalidenrampe ausgefahren werden. Diese Rampe sollte nun wieder eingefahren werden. Sollte. Nichts ging mehr. Die Zugbegleiterin hatte keine Ahnung was zu tun ist, der Lokführer blieb in seinem Führerstand. So hat sich ein Kanadier und ich dieser Sache angenommen. Weil der elektrische Antrieb versagte musste halt die Hydraulik von Hand betätigt werden. Der Kanadier bediente die Pumpe und ich half ihm von aussen dieses Gestell in die richtige Lage zu bringen. Wir haben's geschafft, ich habe die Türe von aussen geschlossen und nun war der Zug Abfahrbereit. Mit 15 Minuten Verspätung hat dieser Zug den Bahnhof Picton verlassen. Stört aber weiter nicht, weil auf dieser Strecke nur ein Zugpaar von Christchurch (CC) nach Picton und zurück verkehrt. Die übrigen Züge verkehren als Güterzüge.
Nach dem Zimmerbezug spazierten wir durch die schönen Parkanlagen am Hafen. "For sale" steht nicht nur an vielen Häusern, nein auch tolle Boote werden zum Kauf angeboten. Die Preise bewegen sich in ansehnlicher Höhe. es gab welche die zum Preis von über $ 700'000 angeboten wurden. ein einfacheres Haus kostet da zwischen $ 250'000 und $ 400'00. Wir bestaunten den Bootshafen mit den teilweise ganz exklusiven Schiffen. Setzten uns ins Restaurant für einen Drink und gingen dann zum Nachtessen.
09.2.2013: Anderntags haben wir uns samt Gepäck im Park auf ein Bänklein gesetzt und unsere Seele baumeln lassen. Zwischendurch spazierte ich zum Bahnhof um meinen Gutschein in Boardingkarten umzutauschen. Im Wagen X wurden uns die Plätze 1A und 1B zugeteilt. Die Wagen sehen ähnlich aus wie jene des Glacier Express.
Leicht verspätet verliess der Trans Coustel Picton. Eine atemberaubende Zugfahrt steht uns bevor. Abends um halb sieben sollten wir die 350 Km lange Strecke bewältigt haben. Das wäre in der Schweiz die Strecke von Genf nach Romanshorn. Was wir da alles erlebt haben. Streckenerklärung via Kopfhörer, zeitweise befahren wir Bergstrecken, dann wieder minutenlang durch Reben (Marlborough), über 175 Brücken (teilweise mehr als 700 m Länge), durch 22 Tunnels, rund 100 Km der Pazifischen Küste entlang wo wir Seehunde beobachten konnten und wo die Chilenische Küste nur noch 9'000 Km entfernt liegt, an künstlich angelegten Salzfeldern vorbei, entlang einem Ferienort mit nur drei Ferienhäusern in gelber, grüner und blauer Farbe gehalten. Das stimmt, diese Information wurde über die Streckenerläuterung gegeben.
Aus diesen Salzfeldern werden jährlich 70'000 Tonnen Salz gewonnen, welches zu 5% im Eigenbedarf genutzt wird. Die übrigen 95% gehen in den Export. Scharfe Sache.
Nach Ankunft in CC geht's zum Taxi. Wir haben ja gottlob ein Zimmer in einem Hotel reserviert. Seit dem Erdbeben am 11. Februar 2011 sind die Hotelzimmer sehr rar. In der Stadt ist deshalb fast nicht zu bekommen. Also weicht man aus in die Nähe des Flughafens. Aber eben, ohne Auto bist du aufgeschmissen, den dieses Hotel wird auch von keinem Linienbus angefahren. Dafür entschädigt uns die einmalige Lage, vom Zimmer aus direkter Zugang zum See inmitten einer zauberhaften Golfanlage.
10.2.2013: Tags darauf geht's mit einem Taxi zum Airport. Ortskenntnisse aneignen, schliesslich fliegen wir am 5. März ab CC zurück nach Auckland. Bei einer Tasse Kaffee mit "Free-Wifi", wieder mal schauen wie kalt es in der Schweiz ist. Dann ging's mit dem Airportbus in die Stadt. Gleich anschliessend haben wir an einer stündigen Stadtrundfahrt teilgenommen. Vom offenen London-Doppeldeckerbus hatten wir eine schöne Übersicht. Leider war das was wir zu sehen bekamen eher traurig. Diese Fahrt bewegte sich mehrheitlich in dem Stadtteil, welcher vom Erdbeben am schlimmsten betroffen wurde. Heute ist dieser Stadtteil eine Geisterstadt. Viele Häuser sind in sich zusammengefallen, viel ist schon ausplaniert, viele Häuser sehen von aussen "in Ordnung" aus, können aber aus Gründen der Sicherheit nicht mehr bewohnt werden. Beim Wahrzeichen der Stadt, der Kathedrale, stehen nur noch die Mauern. Die Türme sind in sich zusammengestürzt und Teile der Seitenwände werden mit grossen Schiffscontainern gesichert, damit diese nicht nach aussen fallen können. Maria und ich kannten solche Vorkommnisse bis anhin nur aus den Medien. Aber wenn man so etwas in der Realität betrachtet, tut's schon weh. Um wieder ein bisschen Leben in die City zu bringen, hat man eine Containerstrasse aufgestellt, wo allerlei im Angebot steht. Am Ende dieser Strasse ist eine grosse Absperrung, damit niemand die Sperrzone betreten kann. Dieses Bild erinnerte uns an die Berliner Mauer. Man spricht hier in CC von rund 20 Jahren, bis CC wieder voll lebensfähig sein wird. Man bedenke aber dabei, NZL ist ein hoch industrialisiertes Land. Was passiert nach solchen Katastrophen in andern Ländern?
Gesamthaft gesehen können wir uns über CC kein gesamtes Bild machen. Wir speichern halt die Eindrücke so wie wir die Stadt erlebt haben. Festgestellt haben wir aber, dass eine Stadt ohne prosperierende City so ist wie ein Mensch ohne Herz.
Der Stadtführer hat während der Rundfahrt gesagt: "Wood is good". Hier in NZL werden viele Häuser mit Holz gebaut, sind nicht unterkellert und deshalb weniger gefährdet bei solchen Ereignissen.
11.2.2013: Am Vormittag haben wir uns zur "Maui" Campervan-Vermietung begeben. Autsch, was da los war! Jeder wollte ein solches Fahrzeug mieten. Ach du meine Güte, wir hätten eigentlich drei Wochen das Fahrzeug gemietet. Können wir heute überhaupt wegfahren? Ja, selbstverständlich hat's zeitlich gut gereicht. Vorher erhielten wir ein Latop mit einer eingelegten DVD, wo wir die Bedienung dieses Fahrzeuges erfahren konnten. Auf der DVD stand English and German, der Ton war aber nur in Englischer Sprache widergegeben. Gas, Stromanschluss, Küche, Warmwasser. Am Ende dieser Vorführung war man fast so schlau wie vorher ohne Kenntnisse. Mittags um 12 a.m. konnten wir unsere 1. Camper-Reise antreten. Achtung; Fahrzeughöhe 3 m (Durchfahrten), 2 m Breite und 7,20 m Länge. Vorher gab's noch etliches zu beanstanden. Man wollte uns nochmals eine Versicherung "anhängen", das Besteck war so schmuddlig, dass wir verlangten, dieses auszutauschen, innert ein paar Minuten Autokontrolle auf Dellen, Lackschäden etc.
Auf direktem Weg fuhren wir nach Ashburton, wo wir uns in unserem Leben zum 1. Mal als Camper outeten. Da ich meiner Sache noch nicht so sicher war, gab's halt nur ein kaltes Z'Nacht. Aber der Wein hat sehr gemundet.
12.2.2013: Geschlafen haben wir gut und anderntags hiess unser Ziel Waitaki. Wir kamen sehr zügig voran und haben's sogar bis Oamaru geschafft. Da stehn wir jetzt bei einem Kaffee in unserem Eigenheim und schauen nach und nach den Neuzuzügern zu. Heute gibts gemäss Küchenchef warme Küche. Bin gespannt!!!!
Für Newcomer im Sektor "campieren" sind die Spaghetti auf dem Gasherd sehr gut gewesen. Es ist halt schön, wenn man eine Frau hat die gut kochen kann. Auch den Abwasch haben wir schon gut im Griff. Allerdings hat unser Campervan einige Macken: Das Wasser heizt nicht auf, zuerst konnten wir den Gasgrill nicht "beflammen". Wasser in der Duschewanne ohne WC oder Duschebenützung. Die Schiebetüre kann man von zehn Mal neun Mal von innen nicht öffnen. Der Esstisch wackelt. Heute habe ich Maui diese Unannehmlichkeiten telefonisch mitgeteilt.
13.2.2013: Heute geht's von Oamaru weiter nach Dunedin. Unterwegs, in Moeraki, haben wir die Moeraki Boulders bestaunt. Steine die am Strand von Moeraki liegen, deren Herkunft nur auf Mutmassungen beruht. Anschliessend ging's weiter nach Dunedin. Von den 120'000 Einwohnern sind ca. 20'000 Studenten. Dunedin trägt den gälischen Namen der schottischen Stadt Edinburgh. Schotten gründeten 1848 diese Stadt. Sie ist somit gleich alt wie die Eidgenossenschaft. Übrigens Dunedin heisst auf maorisch Otepoti.
Das moderne Leben kontrastiert historische Bauten aus der Boomzeit Ende des 19. Jahrhunderts als die grösste und reichste Stadt der jungen Kolonie sich Repräsentatives leisten konnte. Sogar ein Schloss mit einer grauen Dame gibt es. Dunedin ist zudem Badeort mit tollen Stränden am Pazifik. Es ist eine Stadt mit Profil dank der Hügel vulkanischen Ursprungs, über die sie sich ausdehnt. Und wo sonst könnte man in einer Grossstadt an einem Nachmittag Robben, Seelöwen, Albatrosse und Pinguine in freier Natur sehen.
So, das wär's wieder mal. Maria kocht das Nachtessen, mir knurrt der Magen, draussen windets. Es ist so saugemütlich in diesem fahrbaren Heim. Ja, wir wissen's, für uns war das Campieren nie so im Vordergrund und wir haben dann auch so unsere Bemerkungen gemacht. Nun haben wir die Möglichkeit uns daselbst auch einzubeziehen. JuhuiiiiiiiIi.
Herzlichst grüssen
Maria und Peter
PS: wie wir gelesen haben ist in Wellington eine 30-jährige Frau und Mutter von 8 Kindern gestorben, weil sie täglich mehr als 10 Liter Coca Cola getrunken hatte. (Kein Witz).
Wie wir euch bereits im letzten Blog geschrieben haben, war am 6.2. Nationalfeiertag in NZL. Aber ohalätz, von feierlicher Stimmung in ganz Wellington, und das ist immerhin die Hauptstadt dieses tollen Landes, keine Spur. Auf den Baustellen wurde gearbeitet, die meisten Geschäfte boten ihre Waren an. Als wir zum Te Papa Museum schlenderten waren auf diesem grossen Vorplatz Musikdarbietungen und Vorbereitungsarbeiten für Kanurennen, auf Kanus wie diese von den Maoris früher gebaut wurden entweder aus Kauri- oder Totaraholz. Es herrschte so eher eine Marktstimmung als Nationalfeiertag. Auch am Abend, kein Feuerwerk oder ähnliches wie wir das bei uns kennen. Aber es heisst ja, andere Länder andere Sitten.
Wir erkundeten dieses überaus interessante Museum mit Kopfhörern auf eigene Faust. Wir sind aber ehrlich, so gut sind unsere Englischkenntnisse in diesen fast vier Wochen auch noch nicht geworden. Wir konnten alle Erläuterungen in deutscher Sprache hören. Trotzdem, so lernten wir doch ein bisschen die Geschichte der Maoris kennen, aber auch die Entdeckung NZL durch James Cook und die Herrschaft der Engländer während vielen Jahren. Übrigens, in NZL sind quasi alle Museen gratis zu besichtigen. Toll!
Heute war auch Waschtag angesagt. Gemeinsam haben wir's hingekriegt. Die grosse Problematik stellte sich uns, wie schieben wir das Geld rein, dass es auch drin bleibt. Andere spielen in den Ferien Karten und wir halt mit der Waschmaschine.
07.2.2013: Die Rückgabe des Mietwagens bei Europcar in Wellington Airport funktionierte einwandfrei. Ob die etwas angeschliffenen Felgen auf der linken Seite noch Folgen haben weiss ich nicht. Unterschrieben habe ich nichts. Vor der Rückgabe haben wir wie sich dies für saubere Schweizer geziemt, das Auto gewaschen inkl. Innenreinigung. In einem andern Land funktionieren halt gewisse Dinge anders. Also; man geht in den Tankstellenshop-man teilt mit, welches Waschprogramm gewünscht ist-man will noch Staub saugen-man erhält ein Kombiangebot-man bezahlt an der Kasse-man kriegt zwei Quittungen mit Nummern drauf-man fährt in die Waschanlage-man gibt die eine Nummer an einem Gerät ein und los geht's-genau gleiches Verfahren beim Staub saugen-Sauglänge 6 Minuten-und schon ist das Auto sauber. Und dies immer in englischer Sprache. We are very good!
Mit dem Bus ging's zurück ins Zentrum. Nächstes Ziel war ein Ausflug auf den Hausberg von Wellington, auf den Kelburn. Erschlossen mit einer Standseilbahn schweizerischer Herkunft. Die Rundsicht da oben war einmalig. Nicht zu übersehen waren aber auch die sehr vielen dicken Leute. Eine Familie; Vater sehr dick (man kann dies nicht mehr korpulent nennen), Mutter sehr dick, Tochter sehr dick und hat nacheinander Salznüssli geknabbert und die Kleinste hat bereits Beine, dass da drauf auch eine stattliche Carosserie gebaut werden kann. Oben im Museum haben wir uns einen Film über Wellington, maorisch genannt Te Whanganui-a-Tara, angeschaut. Die tollen Villen am und auf den Hügeln rund um die City mit Blick auf den Wellington Harbour sind mit Kleinstseilbahnen erreichbar. Diesen schönen und wiederum ereignisreichen Tag haben wir mit einem Mövenpickeis, "The Swiss Premium Ice", wie es angeboten wird, abgeschlossen.
08.2.2013: Heute ist unsere grosse Überseereise. Tagwache um 5.30 a.m. Der Taxi steht pünktlich um 7 a.m. vor dem Hotel. Wir fahren zum Ferryterminal der Interislander Gesellschaft. Auf der Fahrt erzählt uns der Taxifahrer, dass seine Company der grösste Taxiunternehmer in Wellington ist mit 650 Fahrzeugen. Alles Toyotas mit Hybridantrieben. Die Fahrzeuge blitzblank geputzt und innen clean. Er ergänzte unsern Wissensdurst mit Angaben über das Fährschiff Kaitiki. Es fasst 1'600 Personen und 600 Fahrzeuge. Diese werden mit Liften auf Zwischenbühnen gehoben. Allerdings hat der Rundblick von Maria und mir ergeben, dass für dieses Schiff einmal eine gründlichere Überholung gut täte. Ich entdeckte dann, dass dieses Schiff früher auf den Namen Cherbourg getauft war und zum Teil auch für die Stenalinie gefahren war. Heimathafen war früher Portsmouth. Ich erinnerte mich aber an einen Artikel den ich irgendwo gelesen habe, dass Schiffe nie umgetauft werden sollten, das bringe Unglück. Wir auf jeden Fall sind glücklich in Picton gelandet. Dieses Schiff gilt übrigens als das grösste Fährschiff in NZL.
Neuseeland ist ein der Schweiz gut gesinntes Land. Rolltreppen und viele Liftanlagen sind von Schindler, in vielen Geschäften werden Victorinoxmesser angeboten, Bernina-Nähmaschinen haben wir in einer Schneiderei entdeckt, auf dem Schiff war die Kaffeemaschine von Jura. Claudia hat uns seinerzeit ein MMS geschickt, dass der Appenzellerkäse für $ 65 das Kilo verkauft wird. Sollten wir uns entscheiden, doch hier zu bleiben, so wäre doch noch Vieles aus der Schweiz da.
Auf dem Fussweg von der Ferry zum Hotel gingen wir am Bahnhof Picton vorbei um uns zu erkundigen, wie wir den bereits bezahlten Gutschein in die Zugfahrkarte umtauschen müssten. Der Trans Coustel Zug von heute stand im Bahnhof Picton, welcher diesen um 13 p.m. verlassen müsste. Dann kam mein grosser Auftritt. Aus irgend einem Grund musste beim Speisewagen die Invalidenrampe ausgefahren werden. Diese Rampe sollte nun wieder eingefahren werden. Sollte. Nichts ging mehr. Die Zugbegleiterin hatte keine Ahnung was zu tun ist, der Lokführer blieb in seinem Führerstand. So hat sich ein Kanadier und ich dieser Sache angenommen. Weil der elektrische Antrieb versagte musste halt die Hydraulik von Hand betätigt werden. Der Kanadier bediente die Pumpe und ich half ihm von aussen dieses Gestell in die richtige Lage zu bringen. Wir haben's geschafft, ich habe die Türe von aussen geschlossen und nun war der Zug Abfahrbereit. Mit 15 Minuten Verspätung hat dieser Zug den Bahnhof Picton verlassen. Stört aber weiter nicht, weil auf dieser Strecke nur ein Zugpaar von Christchurch (CC) nach Picton und zurück verkehrt. Die übrigen Züge verkehren als Güterzüge.
Nach dem Zimmerbezug spazierten wir durch die schönen Parkanlagen am Hafen. "For sale" steht nicht nur an vielen Häusern, nein auch tolle Boote werden zum Kauf angeboten. Die Preise bewegen sich in ansehnlicher Höhe. es gab welche die zum Preis von über $ 700'000 angeboten wurden. ein einfacheres Haus kostet da zwischen $ 250'000 und $ 400'00. Wir bestaunten den Bootshafen mit den teilweise ganz exklusiven Schiffen. Setzten uns ins Restaurant für einen Drink und gingen dann zum Nachtessen.
09.2.2013: Anderntags haben wir uns samt Gepäck im Park auf ein Bänklein gesetzt und unsere Seele baumeln lassen. Zwischendurch spazierte ich zum Bahnhof um meinen Gutschein in Boardingkarten umzutauschen. Im Wagen X wurden uns die Plätze 1A und 1B zugeteilt. Die Wagen sehen ähnlich aus wie jene des Glacier Express.
Leicht verspätet verliess der Trans Coustel Picton. Eine atemberaubende Zugfahrt steht uns bevor. Abends um halb sieben sollten wir die 350 Km lange Strecke bewältigt haben. Das wäre in der Schweiz die Strecke von Genf nach Romanshorn. Was wir da alles erlebt haben. Streckenerklärung via Kopfhörer, zeitweise befahren wir Bergstrecken, dann wieder minutenlang durch Reben (Marlborough), über 175 Brücken (teilweise mehr als 700 m Länge), durch 22 Tunnels, rund 100 Km der Pazifischen Küste entlang wo wir Seehunde beobachten konnten und wo die Chilenische Küste nur noch 9'000 Km entfernt liegt, an künstlich angelegten Salzfeldern vorbei, entlang einem Ferienort mit nur drei Ferienhäusern in gelber, grüner und blauer Farbe gehalten. Das stimmt, diese Information wurde über die Streckenerläuterung gegeben.
Aus diesen Salzfeldern werden jährlich 70'000 Tonnen Salz gewonnen, welches zu 5% im Eigenbedarf genutzt wird. Die übrigen 95% gehen in den Export. Scharfe Sache.
Nach Ankunft in CC geht's zum Taxi. Wir haben ja gottlob ein Zimmer in einem Hotel reserviert. Seit dem Erdbeben am 11. Februar 2011 sind die Hotelzimmer sehr rar. In der Stadt ist deshalb fast nicht zu bekommen. Also weicht man aus in die Nähe des Flughafens. Aber eben, ohne Auto bist du aufgeschmissen, den dieses Hotel wird auch von keinem Linienbus angefahren. Dafür entschädigt uns die einmalige Lage, vom Zimmer aus direkter Zugang zum See inmitten einer zauberhaften Golfanlage.
10.2.2013: Tags darauf geht's mit einem Taxi zum Airport. Ortskenntnisse aneignen, schliesslich fliegen wir am 5. März ab CC zurück nach Auckland. Bei einer Tasse Kaffee mit "Free-Wifi", wieder mal schauen wie kalt es in der Schweiz ist. Dann ging's mit dem Airportbus in die Stadt. Gleich anschliessend haben wir an einer stündigen Stadtrundfahrt teilgenommen. Vom offenen London-Doppeldeckerbus hatten wir eine schöne Übersicht. Leider war das was wir zu sehen bekamen eher traurig. Diese Fahrt bewegte sich mehrheitlich in dem Stadtteil, welcher vom Erdbeben am schlimmsten betroffen wurde. Heute ist dieser Stadtteil eine Geisterstadt. Viele Häuser sind in sich zusammengefallen, viel ist schon ausplaniert, viele Häuser sehen von aussen "in Ordnung" aus, können aber aus Gründen der Sicherheit nicht mehr bewohnt werden. Beim Wahrzeichen der Stadt, der Kathedrale, stehen nur noch die Mauern. Die Türme sind in sich zusammengestürzt und Teile der Seitenwände werden mit grossen Schiffscontainern gesichert, damit diese nicht nach aussen fallen können. Maria und ich kannten solche Vorkommnisse bis anhin nur aus den Medien. Aber wenn man so etwas in der Realität betrachtet, tut's schon weh. Um wieder ein bisschen Leben in die City zu bringen, hat man eine Containerstrasse aufgestellt, wo allerlei im Angebot steht. Am Ende dieser Strasse ist eine grosse Absperrung, damit niemand die Sperrzone betreten kann. Dieses Bild erinnerte uns an die Berliner Mauer. Man spricht hier in CC von rund 20 Jahren, bis CC wieder voll lebensfähig sein wird. Man bedenke aber dabei, NZL ist ein hoch industrialisiertes Land. Was passiert nach solchen Katastrophen in andern Ländern?
Gesamthaft gesehen können wir uns über CC kein gesamtes Bild machen. Wir speichern halt die Eindrücke so wie wir die Stadt erlebt haben. Festgestellt haben wir aber, dass eine Stadt ohne prosperierende City so ist wie ein Mensch ohne Herz.
Der Stadtführer hat während der Rundfahrt gesagt: "Wood is good". Hier in NZL werden viele Häuser mit Holz gebaut, sind nicht unterkellert und deshalb weniger gefährdet bei solchen Ereignissen.
11.2.2013: Am Vormittag haben wir uns zur "Maui" Campervan-Vermietung begeben. Autsch, was da los war! Jeder wollte ein solches Fahrzeug mieten. Ach du meine Güte, wir hätten eigentlich drei Wochen das Fahrzeug gemietet. Können wir heute überhaupt wegfahren? Ja, selbstverständlich hat's zeitlich gut gereicht. Vorher erhielten wir ein Latop mit einer eingelegten DVD, wo wir die Bedienung dieses Fahrzeuges erfahren konnten. Auf der DVD stand English and German, der Ton war aber nur in Englischer Sprache widergegeben. Gas, Stromanschluss, Küche, Warmwasser. Am Ende dieser Vorführung war man fast so schlau wie vorher ohne Kenntnisse. Mittags um 12 a.m. konnten wir unsere 1. Camper-Reise antreten. Achtung; Fahrzeughöhe 3 m (Durchfahrten), 2 m Breite und 7,20 m Länge. Vorher gab's noch etliches zu beanstanden. Man wollte uns nochmals eine Versicherung "anhängen", das Besteck war so schmuddlig, dass wir verlangten, dieses auszutauschen, innert ein paar Minuten Autokontrolle auf Dellen, Lackschäden etc.
Auf direktem Weg fuhren wir nach Ashburton, wo wir uns in unserem Leben zum 1. Mal als Camper outeten. Da ich meiner Sache noch nicht so sicher war, gab's halt nur ein kaltes Z'Nacht. Aber der Wein hat sehr gemundet.
12.2.2013: Geschlafen haben wir gut und anderntags hiess unser Ziel Waitaki. Wir kamen sehr zügig voran und haben's sogar bis Oamaru geschafft. Da stehn wir jetzt bei einem Kaffee in unserem Eigenheim und schauen nach und nach den Neuzuzügern zu. Heute gibts gemäss Küchenchef warme Küche. Bin gespannt!!!!
Für Newcomer im Sektor "campieren" sind die Spaghetti auf dem Gasherd sehr gut gewesen. Es ist halt schön, wenn man eine Frau hat die gut kochen kann. Auch den Abwasch haben wir schon gut im Griff. Allerdings hat unser Campervan einige Macken: Das Wasser heizt nicht auf, zuerst konnten wir den Gasgrill nicht "beflammen". Wasser in der Duschewanne ohne WC oder Duschebenützung. Die Schiebetüre kann man von zehn Mal neun Mal von innen nicht öffnen. Der Esstisch wackelt. Heute habe ich Maui diese Unannehmlichkeiten telefonisch mitgeteilt.
13.2.2013: Heute geht's von Oamaru weiter nach Dunedin. Unterwegs, in Moeraki, haben wir die Moeraki Boulders bestaunt. Steine die am Strand von Moeraki liegen, deren Herkunft nur auf Mutmassungen beruht. Anschliessend ging's weiter nach Dunedin. Von den 120'000 Einwohnern sind ca. 20'000 Studenten. Dunedin trägt den gälischen Namen der schottischen Stadt Edinburgh. Schotten gründeten 1848 diese Stadt. Sie ist somit gleich alt wie die Eidgenossenschaft. Übrigens Dunedin heisst auf maorisch Otepoti.
Das moderne Leben kontrastiert historische Bauten aus der Boomzeit Ende des 19. Jahrhunderts als die grösste und reichste Stadt der jungen Kolonie sich Repräsentatives leisten konnte. Sogar ein Schloss mit einer grauen Dame gibt es. Dunedin ist zudem Badeort mit tollen Stränden am Pazifik. Es ist eine Stadt mit Profil dank der Hügel vulkanischen Ursprungs, über die sie sich ausdehnt. Und wo sonst könnte man in einer Grossstadt an einem Nachmittag Robben, Seelöwen, Albatrosse und Pinguine in freier Natur sehen.
So, das wär's wieder mal. Maria kocht das Nachtessen, mir knurrt der Magen, draussen windets. Es ist so saugemütlich in diesem fahrbaren Heim. Ja, wir wissen's, für uns war das Campieren nie so im Vordergrund und wir haben dann auch so unsere Bemerkungen gemacht. Nun haben wir die Möglichkeit uns daselbst auch einzubeziehen. JuhuiiiiiiiIi.
Herzlichst grüssen
Maria und Peter
PS: wie wir gelesen haben ist in Wellington eine 30-jährige Frau und Mutter von 8 Kindern gestorben, weil sie täglich mehr als 10 Liter Coca Cola getrunken hatte. (Kein Witz).
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